Kassel
Kassel, Germany

Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Kassel – praxisnah und normgerecht

Das Kasseler Becken, geologisch geprägt von mächtigen Sedimentfolgen mit eingelagerten Tuff- und Basaltdecken, stellt oft eine Herausforderung dar: Während der Hangfuß im Druseltal schnelle Wasserwegigkeiten im Hangschutt zeigt, staut sich im zentralen Becken der Grundwasserleiter an Tonlinsen. Genau diese Wechselhaftigkeit erfordert belastbare Kennwerte, die ein SPT-Bohrung allein nicht liefern kann. Der Felddurchlässigkeitsversuch misst direkt am Bohrloch, wie Wasser im anstehenden Gebirge zirkuliert – etwas, das Laborversuche an gestörten Proben nie vollständig abbilden. Ob für Versickerungsanlagen im Gewerbegebiet Waldau oder die Wasserhaltung bei Baugruben an der Fulda: Die lokale Durchlässigkeit zu kennen, entscheidet über die Wirtschaftlichkeit und Sicherheit des Projekts.

Ein Lugeon-Wert aus dem Habichtswald-Rhyolith sagt mehr über die Wasserwegigkeit im Klufsystem aus als zehn Laborproben zusammen.

Leistungsmerkmale in Kassel

Im Stadtgebiet Kassel dominieren quartäre Lockergesteine mit wechselnden Anteilen von Kies, Sand und Ton, überlagert von Lösslehmdecken. In diesen Formationen setzen wir den Lefranc-Versuch mit konstanter oder fallender Druckhöhe ein, abgestuft nach DIN EN ISO 22475-1. In tieferen, klüftigen Festgesteinshorizonten – etwa im Bereich des Habichtswaldes, wo permische Rhyolithe anstehen – kommt dagegen der Lugeon-Versuch zum Tragen. Der entscheidende Vorteil: Wir erfassen die Durchlässigkeit in definierten Tiefenintervallen und nicht als pauschalen Mittelwert über das gesamte Bohrprofil. Bei stark heterogenen Böden kombinieren wir die Versuche mit einer Korngrößenanalyse, um die Feldwerte mit den bodenphysikalischen Kennzahlen abzugleichen und die Reichweite der hydraulischen Einflüsse zu bewerten.
Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Kassel – praxisnah und normgerecht
Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Kassel – praxisnah und normgerecht
ParameterTypischer Wert
VersuchstypenLefranc (Lockergestein), Lugeon (Fels)
Normative GrundlageDIN EN ISO 22475-1, DIN 18130
Erfasste BodenschichtenQuartäre Kiese, Sande, Tone, Rhyolith, Basalt
Tiefenbereich2 m bis 80 m unter Geländeoberkante
PackertypEinfach- oder Doppelpacker, pneumatisch
Druckstufen (Lugeon)3 bis 5 Stufen, auf- und absteigend
kf-Wert Spektrum10⁻² bis 10⁻⁸ m/s
BerichtsformatPrüfprotokoll mit Intervall-Log und Druck-Zeit-Diagramm

Lokale geotechnische Bedingungen in Kassel

Vor Ort in Kassel arbeiten wir mit einem modularen Packer-System, das über die Seilkernrohrstange eingebaut wird – solid genug für die oft gespannten Grundwasserverhältnisse im Tal der Ahne. Der kritische Moment ist das Setzen des Packers in einer Zone mit Spülungsverlust. Wird das Intervall nicht sauber abgedichtet oder das Bohrloch vorher nicht ausreichend klar gepumpt, erhält man systematisch zu hohe Durchlässigkeiten, weil das Wasser am Gestänge vorbei abfließt. Bei unzureichender Sättigung bindiger Lagen wiederum täuscht der Lefranc-Versuch einen viel zu dichten Boden vor. Wir spülen mit klarem Wasser, protokollieren die Trübung und fahren die Druckstufen so, dass ein Hysterese-Effekt im Druck-Volumen-Diagramm sichtbar wird – das ist unsere interne Plausibilitätskontrolle, bevor wir die Messwerte an den Tragwerksplaner geben.

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Anwendbare Normen: DIN EN ISO 22475-1: Aufschlussverfahren, DIN 18130: Bestimmung des Wasserdurchlässigkeitsbeiwerts, DGGT-Empfehlung Nr. 9: Wasserdurchlässigkeitsversuche

Unsere Leistungen

Unser Leistungsspektrum im Bereich Wasserdurchlässigkeit deckt die gängigen Bauaufgaben in Kassel ab:

Lefranc-Versuch im Lockergestein

Direkte Bestimmung des kf-Werts in Kiesen und Sanden, wie sie im Fuldatal und den Terrassenkörpern vorkommen. Wir setzen die Messlanze im Schutz einer temporären Verrohrung, um Nachfall zu vermeiden, und protokollieren den stationären oder instationären Wiederanstieg.

Lugeon-Versuch im klüftigen Fels

Fünffach-Druckstufen-Test in den Vulkaniten des Habichtswalds und den Muschelkalkrippeln unter der Stadt. Die Auswertung unterscheidet zwischen Matrix- und Kluftdurchlässigkeit – essenziell für die Dimensionierung von Injektionsschirmen und Felsankerungen.

Häufige Fragen

Wann brauche ich einen Feldversuch statt einer Laboranalyse?

In Kassels heterogenem Untergrund mit Lösslehm über Schotter reicht die Labordurchlässigkeit an einer gestörten Probe selten aus, um das Sickerverhalten ganzer Schichtpakete zu beurteilen. Der Feldversuch erfasst Makroporen, Wurzelkanäle und Klüfte, die im Laborzylinder nicht vorkommen. Sobald es um Versickerungsnachweise nach DWA-A 138 oder die Dimensionierung einer Wasserhaltung geht, ist der In-situ-Versuch der Stand der Technik.

Mit welchen Kosten muss ich für einen Felddurchlässigkeitsversuch rechnen?

Für einen Lefranc- oder Lugeon-Versuch in Kassel liegt der Preisrahmen, abhängig von Tiefe und Packer-System, zwischen €550 und €930 pro Testintervall. Wenn mehrere Intervalle in einem Bohrloch geprüft werden, reduzieren sich die Rüstkosten pro Intervall.

Wie lange dauert ein Lugeon-Versuch vor Ort?

Pro Testintervall müssen Sie etwa 90 bis 120 Minuten einplanen – das reine Einpressen der fünf Druckstufen nimmt 45 Minuten in Anspruch, der Rest ist Rüstzeit für das Setzen des Packers und das Klarpumpen des Bohrlochs. Bei mehreren Intervallen in einer Bohrung summieren sich die Zeiten, aber das Gestänge bleibt währenddessen stehen.

Kann der Versuch auch in bestehenden Brunnen durchgeführt werden?

Das ist technisch möglich, sofern der Brunnenausbau ein definiertes Intervall im Filterrohr zulässt und die Kiesschüttung nicht unkontrolliert umläufig ist. In der Praxis greifen wir in Kassel aber meist auf extra dafür abgeteufte Kleinbohrungen zurück, weil wir die Lage des Packers millimetergenau auf die Schichtgrenze setzen müssen.

Abdeckung in Kassel