Wer in Kassel baut, merkt schnell: Der Boden unter der Fuldaschleife ist nicht derselbe wie oben am Weinberg. In der Karlsaue, auf den quartären Auenablagerungen der Fulda, stoßen wir bei der Schürfgrube oft schon nach einem halben Meter auf wechselnde Kiese und bindige Auenlehme – während in den Hanglagen des Habichtswalds, etwa in Bad Wilhelmshöhe, die Verwitterungsschicht des Basalts eine ganz andere Herausforderung darstellt. Der direkte Aufschluss über eine Schürfgrube liefert uns hier das unverfälschte Schichtprofil, das keine indirekte Methode in dieser Qualität abbilden kann. Unsere Erfahrung mit den lokalen Baugrundverhältnissen in Kassel zeigt: Gerade im Übergangsbereich zwischen der Flussniederung und den Ausläufern des Westhessischen Berglands ersetzt der manuelle oder maschinelle Schurf die Interpretation aus dem Bohrklein durch den handfesten Blick in die Grube.
Der Schurf ist das ehrlichste Aufschlussverfahren: Er zeigt die Lagerungsdichte und den Feuchtezustand so, wie sie wirklich sind – ungestört und unverfälscht.
Leistungsmerkmale in Kassel

Lokale geotechnische Bedingungen in Kassel
Ein sechsgeschossiges Wohnhaus an der Wilhelmshöher Allee, das wir begleitet haben, stand exemplarisch für das Risiko in Kassels Hanglagen: Der alte Baumbestand hatte tiefreichende Wurzelhorizonte hinterlassen, und der darunter anstehende, entfestigte Basaltzersatz ließ sich mit einer Kleinrammbohrung nicht sicher beurteilen. Die erst am Folgetag ausgehobene Schürfgrube zeigte dann, dass die Klüftung im Fels schichtparallele Wasserwegigkeiten führte, die im Bohrprofil völlig unsichtbar geblieben waren. Ohne diesen direkten Einblick hätte die Gründung auf einem inhomogenen, vernässungsgefährdeten Untergrund geplant werden müssen. In Kassels Tälern kommt hinzu, dass die Auenlehme bei Wasserzutritt rasch an Konsistenz verlieren – ein Effekt, den man nur in der offenen Grube zuverlässig beurteilen kann.
Unsere Leistungen
Unsere Arbeiten rund um die Schürfgrube und Sondierbohrung in Kassel sind auf die lokalen Anforderungen abgestimmt:
Maschineller Schurf
Baggeraushub bis 3 m Tiefe mit lagenweisem Freilegen. Ideal für Baugrubenerkundung und Gründungssohle in den quartären Sedimenten des Kasseler Beckens.
Handschurf mit Entnahme
Manuelle Schürfe in beengten Verhältnissen oder sensiblen Bereichen. Gewinnung gestörter und ungestörter Proben aus allen Schichten.
Baugrubenkartierung
Dokumentation des freigelegten Schichtprofils direkt am Baugrubenstoß mit Fotodokumentation und Schichtenverzeichnis nach DIN 4023.
Häufige Fragen
Wann ist eine Schürfgrube aussagekräftiger als eine Bohrung?
Immer dann, wenn die Lagerungsdichte, das Gefüge oder die Klüftung des Bodens beurteilt werden müssen. Eine Bohrung liefert nur einen zylindrischen Ausschnitt; der Schurf legt die Schichtgrenzen und Inhomogenitäten auf ganzer Fläche frei. In den verwitterten Basaltlagen Kassels sehen wir oft erst im Schurf, wie stark der Fels entfestigt ist und ob Wasser auf Klüften zirkuliert.
Wie tief kann eine Schürfgrube in Kasseler Untergrund ausgeführt werden?
Im Regelfall bis 3,0 Meter mit dem Bagger, im Handschurf bis etwa 1,5 Meter. Die erreichbare Tiefe hängt stark von der Standfestigkeit des Bodens ab. In den Auelehmen der Fuldaniederung ist ab etwa 2,5 Metern oft eine Böschung oder ein Verbau nötig, um die Arbeitssicherheit nach DIN 4124 zu gewährleisten.
Welche Bodenproben können direkt aus der Schürfgrube entnommen werden?
Sowohl gestörte Proben (Eimerproben) für Klassifikationsversuche als auch ungestörte Proben mittels Ausstechzylindern. Letztere sind besonders wertvoll für die Bestimmung der Lagerungsdichte und der Scherparameter im Labor. Wir entnehmen die Zylinder horizontal aus der Wand oder vertikal aus der Sohle, je nach Fragestellung.
Mit welchen Kosten muss ich für eine Schürfgrube in Kassel rechnen?
Für eine Schürfgrube mit Bagger, fachtechnischer Begleitung, Probenahme, Dokumentation und Verfüllung bewegen sich die Kosten üblicherweise zwischen €430 und €820. Der genaue Betrag richtet sich nach der Aufschlusstiefe, der Anzahl der Proben und dem Aufwand für die Wiederverfüllung mit verdichtetem Material. Mehr Info.