Auf 166 Metern Höhe, wo die Fulda das Kasseler Becken durchfließt und der Habichtswald ansteigt, begegnet man einem geotechnisch bemerkenswerten Untergrund: Verwitterungsböden des Buntsandsteins wechseln mit quartären Kiesen und Tonlinsen, während im Auebereich organische Weichschichten die Tragfähigkeit bestimmen. Wer im Stadtgebiet von Kassel verdichtet – sei es für den Zubau einer Produktionshalle in Bettenhausen oder die Hinterfüllung eines Kanalgrabens in der Nordstadt –, muss die erreichte Lagerungsdichte zerstörungsfrei und normgerecht nachweisen. Genau hier setzt unsere Felddichtebestimmung nach dem Sandkegelverfahren an: ein bodenmechanisches Prüfverfahren, das direkt auf der Baustelle die Trockendichte des eingebauten Materials ermittelt und damit die Grundlage für eine belastbare Abnahme schafft. In enger Abstimmung mit der örtlichen Bauüberwachung dokumentieren wir jeden Prüfpunkt lückenlos und liefern Ihnen innerhalb von 48 Stunden den vollständigen Prüfbericht, der den Vorgaben der ZTV E-StB und der DIN 18125-2 entspricht. Ergänzend zur Verdichtungskontrolle greifen wir bei schwierigen Untergrundverhältnissen auf den Plattendruckversuch zurück, wenn das Verformungsverhalten unter dynamischer Last zu bewerten ist.
Die Aussagekraft einer Dichteprüfung steht und fällt mit der Sorgfalt bei der Entnahme: Eine sauber abgezogene Prüfgrube liefert mehr Sicherheit als drei hastig gestochene Löcher.
Leistungsmerkmale in Kassel

Lokale geotechnische Bedingungen in Kassel
Die städtebauliche Entwicklung Kassels nach 1945 brachte eine massive Überbauung ehemaliger Auenbereiche und zugeschütteter Bachläufe mit sich – Areale, die heute unterhalb von Gewerbeflächen und Verkehrswegen liegen und deren Auffüllungen oft ohne dokumentierte Qualitätssicherung eingebracht wurden. Wenn nun in diesen Zonen Nachverdichtungen oder Leitungsverlegungen anstehen, offenbart die Felddichtebestimmung regelmäßig Defizite: unzureichend verdichtete Sand-Kies-Gemische, die unter Verkehrslast setzungsanfällig sind, oder bindige Lagen, die im wassergesättigten Zustand ihre Tragfähigkeit einbüßen. Ein übersehener Verdichtungsmangel in einer Grabenverfüllung unter der stark frequentierten Leipziger Straße kann binnen weniger Monate Spurrinnen und Belagsrisse verursachen, deren Sanierung die ursprünglichen Baukosten um ein Vielfaches übersteigt. Durch ein engmaschiges Prüfraster mit dem Sandkegelverfahren, abgestimmt auf die Einbauweise und das Schüttmaterial, lassen sich solche Schwachstellen noch während der Bauphase identifizieren und durch Nachverdichtung beseitigen – ein Eingriff, der im Vergleich zur nachträglichen Schadensbehebung sowohl wirtschaftlich als auch logistisch die weitaus intelligentere Lösung darstellt.
Unsere Leistungen
Unsere Felddichtebestimmung in Kassel ist eingebettet in ein ganzheitliches Paket geotechnischer Vor-Ort-Prüfungen, das wir auf die spezifischen Erfordernisse Ihres Bauvorhabens zuschneiden:
Normgerechte Dichteprüfung
Durchführung der Felddichtebestimmung mit kalibriertem Sandkegelgerät gemäß DIN 18125-2 inklusive Entnahme, Wägung und Bestimmung des Wassergehalts durch Ofentrocknung im mobilen Labor.
Verdichtungsgrad und Abnahmeprotokoll
Berechnung des Verdichtungsgrades DPr anhand der im Proctorversuch ermittelten Referenzdichte, Aufbereitung als prüffähiges Abnahmeprotokoll für Bauherren und Planer.
Rasterplanung und Prüfstrategie
Festlegung der Prüfpunkte in Abstimmung mit der Bauleitung unter Berücksichtigung von Einbaudicke, Materialwechseln und kritischen Zonen wie Leitungsgräben.
Kombinierte Bodenansprache
Parallel zur Dichtebestimmung führen wir eine manuelle Bodenansprache nach DIN EN ISO 14688 durch, um die Schüttgüter bodenmechanisch korrekt zu klassifizieren.
Häufige Fragen
Was kostet eine Felddichtebestimmung mit dem Sandkegelverfahren in Kassel?
Die Kosten für eine einzelne Dichteprüfung mit dem Sandkegelverfahren nach DIN 18125-2 bewegen sich zwischen 110 und 140 Euro pro Prüfpunkt, abhängig von der Anzahl der Prüfungen pro Einsatz und dem erforderlichen Aufwand für die Probenvorbereitung vor Ort.
Wie viele Prüfpunkte schreibt die ZTV E-StB für eine Grabenverfüllung vor?
Die ZTV E-StB legt in Abhängigkeit von der Verfülllänge und den Einbaubedingungen ein Prüfraster fest; üblicherweise ist mindestens eine Dichteprüfung je 50 m Grabenlänge oder je eingebauter Lage gefordert, wobei die genaue Anzahl vom zuständigen Baugrundgutachter oder der örtlichen Bauüberwachung festgelegt wird.
Wann ist das Sandkegelverfahren einem radiometrischen Verfahren vorzuziehen?
Das Sandkegelverfahren ist immer dann die erste Wahl, wenn grobkörnige oder steinige Schüttgüter mit einem Größtkorn über 31,5 mm verdichtet werden oder wenn die Baustellenbedingungen – etwa enge Gräben in Kassels innerstädtischen Bereichen mit zahlreichen Versorgungsleitungen – keine zuverlässige radiometrische Messung zulassen.
Welche Materialien können mit dem Sandkegelverfahren geprüft werden?
Das Verfahren eignet sich für alle nichtbindigen und bindigen Schüttgüter bis zu einem Größtkorn von 63 mm, darunter Frostschutzkiese, Schottertragschichten, verdichtete Sande und auch steife Tone, sofern die Prüfgrube standsicher ausgehoben werden kann.