Kassel liegt in einer Senke, die von den Ausläufern des Habichtswaldes und dem Fulda-Tal geprägt ist. Der Untergrund der documenta-Stadt hat eine bewegte geologische Vergangenheit: tertiäre Tone, quartäre Lösslehme und Auenablagerungen wechseln sich auf engem Raum ab. Der Wiederaufbau nach 1945 und die Erweiterung der Verkehrsinfrastruktur – etwa der ICE-Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe – haben gezeigt, wie unterschiedlich bindige Böden selbst innerhalb eines Baugrundstücks reagieren. Die Atterberg-Grenzen liefern für solche heterogenen Verhältnisse jene Zustandsbereiche, die ein Boden in Abhängigkeit vom Wassergehalt durchläuft. Ohne sie bleibt die Klassifikation unvollständig.
Auch bei aktuellen Projekten wie der Sanierung der Karlsaue oder Erschließungen am Rand der Tiefwerke-Siedlungen stützt sich die Baugrundbeurteilung auf Korngrößenanalyse und die Zustandsgrenzen, um das Verformungspotenzial abzuschätzen.
Die Plastizitätszahl ist in Kassels Lösslehmzonen oft das Zünglein an der Waage zwischen steifem und weichem Baugrund.
Leistungsmerkmale in Kassel
Unsere Laborversuche werden an gestörten Proben aus der
Dazu gehören:
- Mehrpunktbestimmung nach dem Fließgrenzengerät von Casagrande
- Bestimmung der Ausrollgrenze an feuchten Bodenwürsten auf einer saugfähigen Platte
- Prüfung des Wassergehalts durch Ofentrocknung bei 105 °C
- Angabe von Konsistenzzahl Ic und Plastizitätsdiagramm nach DIN EN ISO 17892-12

Lokale geotechnische Bedingungen in Kassel
Der Kontrast zwischen den feuchten Auenböden entlang der Fulda und den trockeneren verwitterten Tonen der Kasseler Höhenzüge führt zu einer Spannbreite, die ohne Zustandsgrenzen kaum zu beherrschen ist. Ein Boden, der im Sommer halbfest wirkt, kann nach einer Regenperiode in den plastischen Bereich übergehen und seine Tragfähigkeit fast vollständig einbüßen. Besonders tückisch sind Übergänge von schluffigem Ton zu tonigem Schluff: Hier ändern sich die Atterberg-Grenzen oft innerhalb weniger Dezimeter. Für Baugruben, Dämme und Straßenunterbauten im Kasseler Becken bedeutet das, dass die Konsistenz nicht nach Augenschein beurteilt werden darf. Ein überschätzter Ic-Wert führt zu Setzungsschäden, die sich erst Monate nach Bauabnahme zeigen. Die DIN 4022 fordert deshalb die Zustandsgrenzen als Pflichtparameter bei jeder Baugrunderkundung mit bindigen Böden. Wer sie weglässt, riskiert Nachträge, die den Aufwand einer Laborprüfung um ein Vielfaches übersteigen.
Unsere Leistungen
Unsere Laboruntersuchung deckt den gesamten Prüfablauf ab, von der Probenvorbereitung bis zur versuchstechnischen Auswertung mit belastbaren Kennwerten. Für Projekte in Kassel bieten wir zwei Leistungsstufen an:
Standardbestimmung nach DIN 18122
Ermittlung von Fließgrenze und Ausrollgrenze an einer Sammelprobe. Inklusive Wassergehaltsbestimmung, Plastizitätsdiagramm und Prüfbericht mit Klassifikation nach DIN 18196. Geeignet für Baugrundgutachten und Vorbemessungen im Hoch- und Tiefbau.
Erweiterte Konsistenzanalyse
Mehrfachbestimmung an Schichtproben aus verschiedenen Tiefenlagen. Darstellung des Konsistenzprofils über die Tiefe, Ermittlung der Schrumpfgrenze als ergänzender Parameter sowie Vergleich mit Ergebnissen aus CPT-Versuchen zur Kalibrierung der Bodenansprache.
Häufige Fragen
Was kosten die Atterberg-Versuche für eine Baugrunduntersuchung in Kassel?
Die Kosten für die Bestimmung der Zustandsgrenzen nach DIN 18122 liegen in Kassel üblicherweise zwischen 60 und 90 Euro pro Probe. Der genaue Preis hängt von der Probenanzahl und dem Bearbeitungsumfang ab, zum Beispiel ob eine einfache Fließ- und Ausrollgrenze oder eine erweiterte Analyse mit Schrumpfgrenze und Konsistenzprofil benötigt wird.
Welche Norm ist für die Atterberg-Grenzen in Deutschland maßgebend?
Die Prüfung erfolgt nach DIN 18122 für den nationalen Bereich sowie nach DIN EN ISO 17892-12 für die europäisch harmonisierte Laborprüfung. Beide Normen beschreiben das Verfahren mit dem Casagrande-Gerät und die Bestimmung der Ausrollgrenze. Die Klassifikation des Bodens wird anschließend nach DIN 18196 vorgenommen.
Wie lange dauert die Bestimmung der Konsistenzgrenzen?
Die reine Laborzeit beträgt etwa einen Arbeitstag. Da die Probe vor der Prüfung ofengetrocknet und aufbereitet werden muss, rechnen wir mit einer Gesamtdauer von ein bis zwei Arbeitstagen bis zur Ausgabe des Prüfberichts. Bei dringenden Projekten in Kassel kann der Versuch auch im Expressverfahren durchgeführt werden.
Für welche Bodenarten sind die Atterberg-Grenzen relevant?
Die Versuche gelten für bindige Böden mit Korngrößen unter 0,4 mm. In Kassel betrifft das vor allem die tertiären Tone, die Lösslehme der Hanglagen und die Auenablagerungen entlang der Fulda. Grobkörnige Böden mit geringem Feinkornanteil sind dagegen nicht für die Atterberg-Grenzen geeignet.