Bei der Erschließung eines neuen Gewerbegebiets am östlichen Rand von Kassel, nahe der A7, stand kürzlich eine klassische Frage im Raum: Wie dimensioniert man den Straßenoberbau wirtschaftlich, ohne später mit Setzungen oder Verdrückungen kämpfen zu müssen? Die Bodenverhältnisse im Kasseler Becken sind ein Flickenteppich aus Lösslehm über verwittertem Buntsandstein, durchsetzt mit quartären Kiesen der Fulda. Genau hier setzt die CBR-Studie für Straßenentwurf an. Das Verfahren nach DIN 18134 liefert einen Kennwert, der die Grundlage für jede RStO-konforme Dimensionierung bildet. In unserem akkreditierten Labor, das nach DIN EN ISO 17892 zertifiziert ist, kombinieren wir den Versuch oft mit einer Korngrößenanalyse um den Feinkornanteil als Steuerfaktor für Wasserempfindlichkeit zu quantifizieren. Das Ergebnis ist eine eindeutige Aussage zum Verformungsmodul, die Planer vor Ort benötigen.
Ein CBR-Wert ohne Berücksichtigung des Feinkornanteils und der Wasserdurchlässigkeit ist in den wechselfeuchten Böden Kassels oft irreführend.
Leistungsmerkmale in Kassel

Lokale geotechnische Bedingungen in Kassel
Die klimatische Situation Kassels mit durchschnittlich 700 mm Jahresniederschlag und häufigen Frost-Tau-Wechseln im Winter setzt dem Straßenkörper zu. Der riskanteste Fehler im Straßenentwurf ist die Annahme eines pauschalen CBR-Wertes ohne Berücksichtigung des ungünstigsten Wasserzustands. Ein Auelehm mag im trockenen Sommer einen CBR von 8 % vortäuschen, sackt aber nach einer Regenperiode auf unter 3 % ab. Genau diese Diskrepanz führt zu den Rissen und Spurrillen, die man auf älteren Wohnstraßen in Wehlheiden oder Harleshausen beobachten kann. Eine sorgfältige CBR-Studie für Straßenentwurf simuliert den ungünstigsten Fall durch eine viertägige Wasserlagerung der verdichteten Probe, misst die Quellung und bestimmt den CBR-Wert erst nach dieser Konditionierung. Dieses konservative Vorgehen ist nicht übertrieben, sondern entspricht den Vorgaben der ZTV E-StB für frostempfindliche Untergründe.
Unsere Leistungen
Unsere CBR-Studie für Straßenentwurf in Kassel ist modular aufgebaut. Je nach Bauphase und Fragestellung kombinieren wir Feld- und Laborversuche, um ein konsistentes geotechnisches Modell zu erhalten.
Labor-CBR an gestörten Proben
Klassischer Versuch nach DIN 18134 mit Proctortopf-Verdichtung und 4-tägiger Wasserlagerung. Ideal für die Vorbemessung von Frostschutz- und Tragschichten.
In-situ CBR mit dynamischem Penetrometer
Schnelle Vor-Ort-Erfassung des CBR-Werts direkt auf dem Planum, besonders geeignet für große, homogene Flächen wie Logistikareale.
Kombination mit Plattendruckversuch
Gegenüberstellung von CBR und Ev2-Modul auf derselben Lage. Erlaubt eine präzise Ableitung des Verdichtungsgrads und der Tragfähigkeitsreserve.
Frostsicherheits- und Quellbewertung
Analyse des Frosthebungsrisikos und der Quelldruckentwicklung an CBR-Proben bei Wasserzutritt, abgestimmt auf die lokalen Wetterdaten der Region Kassel.
Häufige Fragen
Was kostet eine CBR-Studie für Straßenentwurf in Kassel?
Der Preis für eine CBR-Studie liegt üblicherweise zwischen €150 und €300, abhängig vom Umfang der Probennahme und ob der Versuch am ungetränkten oder getränkten Probekörper erfolgt. Eine reine Einzelbestimmung ohne Quellversuch ist kostengünstiger als die vollständige Prüfserie mit vier Tagen Wasserbad.
Wie viele CBR-Proben braucht man für eine typische Erschließungsstraße?
Nach RStO 12 und ZTV E-StB richtet sich die Anzahl nach der Homogenität des Untergrunds. Bei den wechselhaften Löss- und Aueböden Kassels empfehlen wir mindestens drei Probenahmestellen pro Fahrstrecke, jeweils aus dem Planum und den darunter liegenden Schichten, um lokale Ausreißer sicher zu erkennen.
Kann man den CBR-Wert direkt in einen Ev2-Modul umrechnen?
Es gibt empirische Korrelationen, aber eine direkte Umrechnung ist mit Unsicherheiten behaftet. Der CBR-Versuch ist ein Penetrationstest mit behinderter Seitendehnung, während der Ev2-Modul aus einer zyklischen Lastplatte resultiert. Bei stark bindigen Böden in Kassel kann der aus CBR abgeleitete Ev2-Wert um bis zu 30 % vom gemessenen Plattendruckwert abweichen, weshalb wir bei kritischen Flächen beide Versuche empfehlen.