Die RStO 12 fordert für die Bemessung flexibler Fahrbahnen eine belastbare Eingangsklassifizierung des Untergrunds. In Kassel trifft diese Anforderung auf heterogene Baugrundbedingungen: quartäre Talfüllungen der Fulda wechseln sich mit Lösslehmdecken und anstehendem Buntsandstein ab. Wer hier ohne vorlaufende Baugrunderkundung dimensioniert, riskiert Tragfähigkeitsverluste, die sich in der Frostschutzschicht nicht mehr abfangen lassen. Unser Labor führt die erforderliche Klassifikation nach DIN 18196 durch und leitet daraus die Frostempfindlichkeitsklasse ab, bevor der erste Zentimeter Asphalt geplant wird. Ergänzend setzen wir den Plattendruckversuch ein, um den Verformungsmodul Ev2 auf dem Planum zu verifizieren – ein Prüfwert, den die ZTV E-StB 17 für Kasseler Baumaßnahmen zwingend vorschreibt.
Die Lebensdauer einer Asphaltbefestigung in Kassel entscheidet sich im Unterbau – nicht im Asphaltmischgut.
Leistungsmerkmale in Kassel

Lokale geotechnische Bedingungen in Kassel
Im Kasseler Westen, etwa in Kirchditmold, steht der Buntsandstein oft oberflächennah an – ein tragfähiger, aber stark reliefierter Untergrund, der zu ungleichen Setzungen im Dammbereich führt. Im Osten, in Bettenhausen, dominieren dagegen Auelehmböden mit hohem Feinkornanteil und geringer Durchlässigkeit. Eine flexible Fahrbahn, die auf beiden Standorten mit derselben Dickenannahme geplant wird, zeigt binnen weniger Winter Rissbilder durch differenzielle Frosthebung. Entscheidend ist die Vorabkartierung der Tragfähigkeit. Mit dem CPT-Versuch lassen sich in den weichen Aueböden die Grenzen tragfähiger Schichten zentimetergenau abfahren. Auf dem felsigen Untergrund des Westens kombinieren wir die seismische Refraktion mit Bohrlochaufnahmen, um den Verwitterungshorizont zu modellieren, bevor der Oberbau dimensioniert wird.
Unsere Leistungen
Die Dimensionierung einer flexiblen Fahrbahn endet nicht bei der rechnerischen Ermittlung der Asphaltpaketdicke. Sie verlangt eine durchgängige Qualitätssicherung vom Unterbau bis zur Deckschicht. Wir begleiten Bauvorhaben in Kassel mit zwei Leistungsschwerpunkten, die ineinandergreifen.
Rechnerische Dimensionierung nach RStO
Wir ermitteln die Belastungsklasse nach RStO 12 auf Basis der prognostizierten Verkehrsstärke und legen den frostsicheren Gesamtaufbau inklusive Trag-, Binder- und Deckschicht fest. Für Sonderflächen wie Busbuchten oder Logistikhöfe in Kassel rechnen wir mit den Achslastäquivalenten nach RDO Asphalt 09.
Qualitätskontrolle im Asphalteinbau
Vor Ort in Kassel überwachen wir Einbautemperatur, Verdichtungsgrad und Schichtenverbund. Rückstellproben aus dem Mischwerk prüfen wir im Labor auf Hohlraumgehalt und Bindemittelanteil nach TP Asphalt-StB, um die vertraglich vereinbarten Kennwerte nachzuweisen.
Häufige Fragen
Welche Rolle spielt die Frosteindringtiefe bei der Bemessung flexibler Fahrbahnen in Kassel?
In Kassel liegt die mittlere Frosteindringtiefe rechnerisch bei etwa 70 cm, in exponierten Höhenlagen des Habichtswalds auch darüber. Die Dicke des frostsicheren Oberbaus wird nach RStO 12 in Abhängigkeit von Frosteindringtiefe und Frostempfindlichkeitsklasse des Untergrunds festgelegt. Bei frostempfindlichen Böden der Klasse F3 summieren sich Frostschutz- und Tragschichtdicke schnell auf 60 bis 80 cm.
Mit welchen Kosten muss ich für die Bemessung einer flexiblen Fahrbahn rechnen?
Die Kosten für die reine Dimensionierung inklusive erforderlicher Labor- und Feldversuche liegen je nach Umfang zwischen €1.650 und €4.480. Der Preis hängt von Faktoren wie der Anzahl der Aufschlüsse, dem Prüfprogramm und der Länge der zu bemessenden Strecke ab. Jede Bemessung wird individuell kalkuliert.
Können Sie auch bestehende Asphaltbefestigungen auf ihre Resttragfähigkeit bewerten?
Ja, wir führen Tragfähigkeitsmessungen mit dem Falling Weight Deflectometer oder über statische Plattendruckversuche durch. Aus den gemessenen Einsenkungen und Rückrechnungen der Steifigkeitsmoduln der gebundenen Schichten lässt sich die restliche Nutzungsdauer abschätzen und eine eventuell erforderliche Verstärkung rechnerisch dimensionieren.
Unterscheidet sich die Bemessung für private Verkehrsflächen von der für öffentliche Straßen?
Die physikalischen Grundlagen sind identisch, die Belastungsklasse wird jedoch anders ermittelt. Für öffentliche Straßen in Kassel gilt die Verkehrsstärkenprognose des Baulastträgers. Für private Flächen wie Hofbefestigungen oder Parkplätze legen wir die Belastungsklasse gemeinsam mit dem Auftraggeber fest, abgestimmt auf die tatsächliche Nutzung durch Pkw oder gelegentlichen Schwerverkehr.